Felix‘ Spielanalyse – Erste begeistert gegen Wermelskirchen – Zweite Remis gegen Vogelheim – Dritte siegt nach irrem Spielverlauf – Frauen mit Nullnummer in Katernberg

AUF1 – SV 09/35 Wermelskirchen 5-1

Alder Union stoppt formstarke Wermelskirchener und

ballert sich in einen famosen Torrausch

 

Der Blick auf die Tabelle wirkt nach wie vor etwas unecht. Am Sonntag waren die in letzter Zeit sehr gut aufgelegten Wermelskirchener zu Gast am Wasserturm, die ganz und gar nicht schlecht spielten und dennoch von den Adler Unionisten am Ende klar und deutlich bezwungen wurden.

Schon früh übernahm das weiße Ballett am Wasserturm die Initiative und konnte die weit angereisten Gäste früh unangenehm pressen. Scheiterten zwingende Aktion zunächst an letzten Ungenauigkeiten, so konnte man in Minute 14 bereits in Führung gehen. Maximilian Tißen zeigte sich mutig und war trotz der kühlen und humiden Wetterlage bereits früh warmgelaufen. Elias Brechmann steckte den Ball durch auf Tißen, dessen Hereingabe abgefälscht ins Netz trudelte. Tißen belohnte sich auch im weiteren Verlauf der Partie, als Tim Bönisch einen scharfen Druckpass ins Zentrum steuerte, der von Yannick Reiners noch verpasst wurde, aber Tißen fand. Dieser schloss gekonnt zum 2:0 in der 43. Minute ab und sorgte dafür, dass die spielerische Überlegenheit auch im Ergebnis widergespiegelt werden konnte. Dennoch sollte nicht vernachlässigt werden, dass die Gäste auch ihre Möglichkeiten hatten, in letzter Instanz jedoch am wieder sehr sicher agierenden Nils Ruf scheiterten. Das 2:0 war gleichzeitig auch der Pausenstand dieser unterhaltsamen Partie.

Durchgang zwei startete furios. Adler Union hatte sich zum Ziel gesetzt, in der Intensität nicht nachzulassen und ließ Worten Taten folgen. Yannick Reiners verzauberte das Publikum mit einem technischen Kabinettstückchen, für das gestandene Straßenkicker in den Favelas von Rio de Janeiro Spalier gestanden und ihn in Reinaldo umbenannt hätten. Der Ball rollte durch die Beine des Verteidigers und Reiners war in der Folge clever genug, um den besser postierten Elias Brechmann zu finden. Eben jener hatte keine Mühe, den Torhüter per Flachschuss zu überwinden (3:0, 48. Minute). Euphorisiert von diesem Tor wirkten die Adler Unionisten nun völlig befreit. Der wie gewohnt emsige Tim Bönisch wurde von Tommy Groll auf der Außenbahn gekonnt in Szene gesetzt, erneut konnte er einen Scorerpunkt sammeln. Er fand mit seiner Hereingabe den baumlangen Deutsch-Brasilianer Reinaldo, der humorlos gegen die Laufrichtung des Keepers zum 4:0 in Minute 52 traf. Dies war Saisontreffer Nummer 17 für Reiners, eine unglaubliche Bilanz. Etwa zehn Zeigerumdrehungen später war dann der große Moment von Tim Bönisch gekommen. Der seit Wochen hervorragend aufgelegte Linksverteidiger war wie so oft auf der Pirsch und konnte einen Fehlpass erbeuten. Dem darauffolgenden Abschluss aus etwa 25 Metern kann gewiss das innerhalb der Mannschaft hochangesehene Gütesiegel „knusprig“ verliehen werden. Der Torwart wirkte bedingt durch seine Chancenlosigkeit regungslos wie ein Teilnehmer der veralteten Mannequin-Challenge, als sich der Ball an ihm vorbei geschossartig ins Netz senkte. Die Zuschauer waren sich einig: Dieses Tor war Tor des Tages und der Ball hatte genügend Tempo, um den Austritt aus der Erdatmosphäre zu schaffen. Danach wurde das Tempo verständlicherweise ein Stück weit runtergefahren, wodurch die Gäste nun zu einigen Chancen kamen. Ali Eryürük nutze einen Ausrutscher auf nassem Geläuf von Lennart Dickmann, um freistehend auf 5:1 zu stellen (80. Minute). Wenig später traf Leonhard Fronia nur den Pfosten und wurde potenziell elfmeterwürdig getroffen. Die Pfeife des Schiedsrichters bleib stumm. Dies verdeutlicht, dass der Gast keineswegs Kanonenfutter, sondern eine gute Mannschaft war, die nicht aufsteckte und bei weniger Leistung als 100% der Adler Unioner das Spiel in eine ganz andere Richtung hätte lenken können. Umso stärker ist die Leistung der Jungs vom Wasserturm einzuordnen.

Das Tabellenbild kann sich jeder dem Verein verbundene als schöne Momentaufnahme einrahmen. Nach dem Spiel wurde noch ordentlich angestoßen dank der zahlreichen Kisten. Nun bereitet die Mannschaft von Trainertandem Cornelißen/Grzenia sich auf das nächste Derby gegen VfB Frohnhausen vor, die zwar eine schwierige Phase durchlaufen, aber dennoch immer gefährlich werden können. Anstoß ist nächsten Sonntag um 14:30 Uhr auf der Helmut-Rahn-Sportanlage.

Felix A. Nizeyimana

 

 

 

AdlerUnion I  –  SV 09/35 Wermelskirchen 5:1(2:0)

1:0(17.), 2:0(44.), 3:0(49.) Brechmann, 4:0(52.) Y.Reiners, 5:0(63.) Bönisch, 5:1(80.) Eryürük

 

 

Navid Kermani, einer der ganz großen Literaten unserer Zeit, hat mit einem Buch nolens volens eine Beschreibung für ein Fußballspiel am Frintroper Wasserturm geliefert: „Ungläubiges Staunen“.

Der Aufsteiger, die DJK Adler Union Frintrop, empfing mit dem SV 09/35 Wermelskirchen als Tabellenfünftem die wohl formstärkste Mannschaft der Landesliga Niederrhein Gruppe 3, die noch dazu die zweitstärkste Offensive im Ranking aufwies.

Trainer Marcel Cornelissen musste wegen einer im Training erlittenen Bänderverletzung den seit Wochen stark aufspielenden Linksaußen Timo Dapprich ersetzen. Das 4:2:3:1 System kehrte zurück, Tommy Groll rückte auf die linke, Maximilian Tißen auf die rechte Außenbahn offensiv.

Und Wermelskirchen versteckte sich nicht, zeigte formidablen Angriffsfußball. Doch die finalen Zweikämpfe gewann die ausgezeichnete Defensive der Adlerträger mit den Innenverteidigern Leon Engelberg und Christian Büttner und den beiden Außenverteidigern Tim Bönisch und Jonas Rübertus. Im Tor stand nach Rotation erneute Nils Ruf und zeigte wiederholt eine exzellente Leistung. Die rund 250 Zuschauer bekamen ein hochklassiges Landesliga-Match mit hohem Tempo und absoluter Fairness zu sehen. Schiedsrichter Moritz Behrend musste keine farbige Karte bewegen.

Der Gastgeber begann durchaus furios. Eine starke Kombination über Spielmacher Elias Brechmann und Maxi Tißen verfehlte mit einer halbhohen Flanke Goalgetter Yannick Reiners um Haaresbreite. In der 17. Minute eine Kopie des Angriffs über rechts. Maxi Tißen nahm das Anspiel Brechmanns gekonnt an, flankte scharf in die Mitte und markierte das 1:0, weil ein Abwehrbein dem Ball eine leichte Richtungsänderung gab. Ähnliches Glück hatte Tißen beim 2:0 direkt vor der Pause. Eine Flanke von links verfehlte Reiners und der Rechtsaußen traf erneut. Zunächst ein Abwehrbein, dann damit auch das Tor. Verdient aber auch schmeichelhaft die 2-Tore-Führung, denn Wermelskirchen kam häufig über beide Außenbahnen gefährlich vor den Kasten des Tabellenführers.

 

Nach der Pause in Minute 49 eine prima Kombination über Tißen und Reiners, der nach einem Beinschuß Elias Brechmann in Szene setzte, der zum 3:0 einschoss. Die Zuschauer rieben sich die Augen, als drei Minuten später nach einer Traumkombination über Luca Pirredda und Tim Bönisch im Zentrum Yannick Reiners das 4:0 vollendete. Knapp 10 Minuten weiter dann ein Tor des Monats von Tim Bönisch, der aus halblinker Position dem verdutzten Keeper Martin Schoberth aus 25 Metern ein „Ei ins Nest“ legte! Trainer Marcel Cornelissen wechselte fünf frische Kräfte ein mit Lennart Dickmann, Jan Swoboda, Malte Schneemann und Fabian Wiegel. Schneemann hatte zwei hochkarätige Chancen, das Ergebnis noch höher zu schrauben. Stattdessen kamen die Gäste zum Ehrentreffer, den Eryürük in der 80. Minute markierte.

Ungläubiges Staunen über ein spektakuläres und hochklassiges Landesliga-Match am Wasserturm. Das Saisonziel Klassenerhalt glaubt in Essens Fußballszene nach 11 Spieltagen und nunmehr 27 Punkten kein Experte mehr.

Adler Union geht unbeschwert in die anstehende Auswärtsaufgabe zum Derby bei der Frohnhauser Löwen am kommenden Sonntag um 14:30 Uhr in der Helmut-Rahn-Sportanlage. Die routinierte Elf von Trainerlegende Issam Said wird eine besondere Herausforderung werden. Navid Kermani hat übrigens ein weiteres Buch geschrieben mit dem Titel „Was jetzt möglich ist“. Irgendwie programmatisch, findet sicher auch Co-Trainer Torben Grzenia.

Arnd Brechmann

Für AdlerUnion am Ball:  Ruf, Rübertus, Brechmann, Pirredda, Groll, Reiners, Ohters, Bönisch, Engelberg, Büttner, Tißen  –  Schneemann, Nizeyimana, Toepelt, Wiegel, Swoboda

 

Marcel Cornelißen:

„Heute kann es nur in eine Richtung gehen: maximales Lob für die komplette Mannschaft. Es passte nahezu alles. Obwohl wir oft schon gute Leistungen gebracht, dieses Spiel sticht nochmal heraus, dieses Level hat man selten gesehen. Aber: das ist auch jetzt die Benchmark für die kommenden Wochen. Nächste Woche spielen wir ein ganz heißes Spiel in Frohnhausen, aber mit der Leistung von heute ist da auch alles möglich“

 

 

Reviersport:

Der Spitzenreiter gab sich keine Blöße und fertigte den Tabellenfünften aus Wermelskirchen mit 5:1 ab. Maximilian Tißen sorgte mit einem Doppelpack schon vor der Halbzeit für klare Verhältnisse (17./44.). Nach der Pause schraubten Elias Brechmann (49.), der führende der Torjägerliste Yannick Reiners (52.) und Tim Bönisch (63.) das Ergebnis in die Höhe. Den Ehrentreffer für Wermelskirchen erzielte Ali Eren Eryürük (80.). Frintrop gewann also dieses für sie enorm wichtige Spiel, denn mit einer Niederlage hätten nur noch zwei Punkte zwischen den Teams gelegen, jetzt sind es ganze acht.

 

 

AdlerUnion II    –   Vogelheimer SV II  1:1 (0:1)

0:1(22.) Trisic, 1:1(77.) Bergermann

Nach der Niederlage gegen Tabellenführer schien für die Zweite die Gelegenheit gekommen, sich mit einem Sieg gegen das Kellerkind Vogelhleim II ein wenig Luft nach unten zu verschaffen. Mit einem eklatant schlimmen Torverhältnis und nur sechs  Pünktchen auf dem Konto reisten die Vogelheimer zum Turm.  Doch wer geglaubt hatte,  einen demütigen Punktelieferanten zu sehen, sah sich schnell getäuscht. Tief stehend und nicht schlecht konternd machten es die Vogelheimer den Adlern in der ersten Viertelstunde schwer, überhaupt ins Spiel zu kommen. Erst dann schien die Zweite Zugriff auf‘s Geschehen zu bekommen. Doch als in der 22. Minute dann ein ansehnlicher Vogelheimer Angriff Gästeührung brachte, war die AdlerUnion – Strategie Makulatur. Nun standen die Vogelheimer noch defensiver und ließen nur wenige zielführende Angriffe der Hausherren zu. Und wenn einmal Gefahr in VSV-Strafraumnähe kreiert wurde, fehlte es an Abschlussschwäche und Genauigkeit. Immerhin führten die AUF-Attacken kurz vor der Pause zum Platzverweis des Gästekeepers, der das 0:1 nur noch mit einer Notbremse in die Pause retten konnte.

Die Pausenansprache des Trainertrios war klar und deutlich. Es muss mehr investiert werden, um gegen einen Mitkonkurrenten nicht zu verlieren und ihn mindestens auf Abstand zu halten.

Was sich dann allerdings auf dem Grün abspielte war nicht das konzentrierte und zielstrebige Aufbäumen. Denn oft planlos und unstrukturiert lief das Team  in der  Folge dem Rückstand hinterher. Der Rhythmus war weg und es gelang nicht mehr, den Gegner, den man eigentlich schlagen musste, zu dominieren. Im Gegenteil, es schlichen sich mehr und mehr Ungenauigkeiten, Nickeligkeiten und Frustmeckereien ein, was schlussendlich in der Schlussphase noch zu zwei Platzverweisen mit Gelb/Rot führten. Mit dem Ausgleich in der 77. Minute wurde dann immerhin das Minimalziel erreicht. Der VSV wurde auf Abstand gehalten. Das war aber schon alles. Im nächsten Spiel beim Tabellenzweiten Bader SV bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung. Zwei frisch Gesperrte machen das dem Team nicht einfacher.

Für AdlerUnion am Ball:  Baldus, Dluzewski, Büddeker, Rustemeyer, Wahl, Lu. Espenhahn, Piria, Angjellos, Le. Espenhahn, Wanning, Bergermann  –  Tole, Ostgathe, Rotthäuser

 

 

AdlerUnion III   –   Ballfreunde Bergeborbeck I 4:3(2:2)

1:0(1.) Küche, 2:0(8.) Berger, 3:3(69.) Mühlenbruch, 4:3(81.) Belusa

Die Trainer stellten dank des großen Kaders heute trotz der vielen Verletzten eine starke Mannschaft auf. Adler legte daher  bestem Wetter gegen die Bergeborbecker von Beginn an mächtig los. 

 

Die Führungstreffer von B. Küch und T. Berger in den ersten 10 Minuten schockten zunächst den Gegner. Aber Adler setzte leider nicht konsequent nach und ließ Bergeborbeck ins Spiel zurückkommen. Mit der Aggressivität und den hohen Bällen hinter die Abwehr kam die Adler-Defensive in der Folge nicht zurecht.

Küch musste dann auch noch verletzt ausscheiden – Gute Besserung, Basti! – Die bittere Konsequenz: Die Dritte musste nicht nur den Ausgleich bis zur Halbzeit hinnehmen, sondern geriet auch noch in der 58. Spielminute in Rückstand.

Und wären da an diesem Sonntag nicht der erstklassigen Torhüter Simon Lapzyna mit seinen Paraden gewesen, sowie Pfosten und Latte auf unserer Seite, hätten es auch 3 Gegentreffer mehr sein können.

 

 Aber die Adlerträger stemmten sich gegen die drohende Niederlage! Das Spiel wogte hin und her und sie belohnten sich mit dem Ausgleich. Das Spiel wurde jetzt zunehmend hitziger. Beide Mannschaften kämpften jetzt bis an den Rand des Erlaubten und auch darüber hinaus. Aber der Schiedsrichter konnte mit seiner guten und souveränen Leitung Schlimmeres verhindern.

Die begeisterten Zuschauer sahen eine starke Endphase der Adler-Mannschaft und plötzlich markierte Yannis Belusa in der 81. Minute die umjubelte Führung. Adler setzte nun konsequent nach und glich auch in der Pfosten- / Latten-Statistik aus. Endlich pfiff der Schiri dann nach einigen Minuten Nachspielzeit und der letzten Ecke ab.

Fazit: Das war nichts für schwache Nerven!

Niederlage und Unentschieden waren gut möglich, aber durch Einsatz und Kampf gelang der Mannschaft ein insgesamt etwas glücklicher Sieg.

Mit dem 3. Tabellenplatz kann AdlerUnion sehr zufrieden sein. Vielen Dank AdlerUnion III für die gezeigte Moral!!!

PP

 

Für AdlerUnion am Ball: Lapczyna, Lingen, Küch, Berger, Löwenberg, Carel, Becker, Glaubitz, Scharwacht, Möhlenbruch, Kriege  –  Belusa, Carel, Hinz

 

SF Katernberg  –  AdlerUnion Frauen 0:0

Spielbericht folgt…

 

Für AdlerUnion am Ball: Lößner, Ristow, Kattner, Ziegler, Gorks, Schulte, Barakat, Gaspers, Lukas, Gruszka, Schlüter  –  Döring, Wonsack,  Saeed, Wellm, Canak