Rabenschwarzer Sonntag für Erste, Zweite und Dritte – Frauen hingegen mit Torffut gegen die Preußinnen

VfB Frohnhausen I   –   AdlerUnion I 4:2(3:0)

1:0(14.),4:0(50.) M.Said, 2:0(16.), 3:0(27.) C.Said, 4:1(65.), 4:2(90.) Y. Reiners

Zwölf wirklich schlimme Minuten genügten den Saids, um den Tabellenführer heute zu entzaubern. Ein realistischer Spielbericht fällt heute schwer. Issam Said, Trainer des VfB  hatte zuvor geäußert, schleunigst das Tal der Tränen verlassen zu wollen. Das hatte sich AdlerUnion wohl zu Herzen genommen. Denn nur zum Tränentrocknen schienen sie an die Raumerstraße gefahren zu sein. Wohl selten wurden dem VfB die Erfolgserlebnisse in des Gegners Strafraum so leicht gemacht, wie heute gegen Adler im ersten Durchgang. Adlers Auftritt zeitweise die pure Hilflosigkeit. Auch die schwindenden Kräfte des Kellerkinds gegen Ende der Veranstaltung blieben bis auf die zwei Tore des Rekordtorschützen Reiners ungenutzt. Das positive Fazit: So schwach, wie am heutigen Volkstrauertag wird diese Mannschaft sehr sehr wahrscheinlich nie mehr aufspielen. 

 

Arnds Analyse:

Mark Twain ist der literarische Vater von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, dazu Vertreter des amerikanischen Realismus. Beim Derby der Landesliga Niederrhein Gruppe 3 heute staunten mehr als 450 Zuschauende nicht schlecht über einen ganz speziellen Spielverlauf. Aus Sicht der Gäste, Aufsteiger DJK Adler Union Essen-Frintrop e.V., hatte Mark Twain mit seinem Bonmot Recht: „Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich!“ Beim stimmungsvollen Einzug der Teams hatte Gastgeber DJK VFB Frohnhausen Einlaufkids organisiert und “Hell‘s Bells“ von AC/DC im Kassettenrekorder. Diese Mucke hatte AdlerUnion bereits in Niederwenigern hören müssen. Und verlor! Und das Team von Legende Issam Said zeigte eine famose Mannschaftsleistung. Robuste Routine mit Leidenschaft traf auf naive Offensive mit fragilem Abwehrverhalten. Dazu hatte Coach Marcel Cornelissen trotz überzeugendem Heimsiegs in der Vorwoche das running system verändert. So auch bei der Heimniederlage gegen den DV Solingen, damals aus Verletzungsgründen indes. Frohnhausen war bissig, löwig und zeigte alle Stärken, die bekannt sind. In der ersten Viertelstunde kamen die hungrigen Löwen fünf Mal über die rechte Angriffsseite auf die Grundlinie. Erst dann das 1:0 durch Mohamed Said. Eine Kopfballrückgabe analog Toni Kroos 2014 im WM Finale verwandelte Chamdin Said lockerer als Higuain gegen Deutschland. Und AdlerUnion suchte seinen Rhythmus, ohne ihn zu finden. Ein Kopfballtreffer nach Flanke über links erneut durch Ch.Said war die Folge in der 27.Spielminute. Die Adlerträger fingen sich etwas, hatten Chancen im 1:1 gegen Keeper Bley, Kopfballmöglichkeiten und Fernschussoptionen, trafen aber nicht das Tor. Adler wechselte mehrfach, um das Spiel zu drehen, doch nach einem technischen Fehler an der Mittellinie erzielte Mohammed Said seinen zweiten Treffer zu einem wahrend Said-enstich in das Herz des Tabellenführers. DJK Adler Union Essen-Frintrop e.V. berannte das Tor, Torben Grzenia verzweifelte an der Linie als Trainervize. Mehr als zwei Treffer gelangen den Adleranern an diesem Tag nicht. Psychologie nennt man das wohl, wenn vor dem Spiel die Dinge allzu klar scheinen. Kompliment an den VfB Frohnhausen für eine löwenstarke Abwehrleistung mit Biss und Lautstärke. Die Mannen vom Wasserturm schienen mehr zu überlegen als sich an zu feuern. Der heutige Volkstrauertag hat nichts mit Fußball zu tun. Mund abputzen ist die Devise. Dazu ein Blick auf Oscar Wilde: „Erfahrung ist der Name, den man seinen Fehlern gibt!“ Der Liganeuling hat nach 12 Spielen 27 Punkte! Das bleibt spitze! Realismus bleibt das Motto. Wie bei Mark Twain!

Für AdlerUnion am Ball: Ruf, Rübertus, Brechmann, Groll, Reiners, Ohters, Dickmann, Bönisch, Engelberg, Büttner, Tißen – Pirredda, Schneemann, Schraven, Uehmann, Wischnat

 

Der  fassungslose Marcel Cornelißen:

„Fußball ist manchmal nicht erklärbar. Vor einer Woche spielen wir die beste Partie der Saison und heute über 70
Minuten vielleicht die schwächste der letzten 3 Jahre. Habe es noch nie erlebt, dass die Mannschaft gedanklich so langsam ist und mit dem Ball so fehleranfällig. Wir wussten, dass es für Frohnhausen eine Schlüsselpartie ist, haben aber lange Zeit selbst die notwendige Einstellung nicht gefunden, uns nicht unterstützt und gefühlt jeden Zweikampf verloren.

Aber klar ist auch: die Saison ist weiterhin richtig gut und so wie heute, werden wir nie wieder auftreten“

 

Reviersport zitiert MC wie folgt:

„Ich bin jetzt seit drei Jahren hier und habe in der ganzen Zeit noch nicht so eine erste Halbzeit gesehen“, bilanzierte der 34-Jährige. „Wie langsam wir in unseren Aktionen waren und auch von der Bereitschaft her, das war unfassbar, wie schlecht das von uns war. Vor einer Woche spielen wir gegen Wermelskirchen ein überragendes Spiel und kommen dann hier raus und liefern so eine katastrophale erste Hälfte ab. Das ist mir ein absolutes Rätsel. Wir wussten, was auf uns zukommt, worauf es für Frohnhausen ankommen würde. Keine Ahnung, warum wir dann nichts umgesetzt bekommen.“ 

. „Klar ist, dass uns so etwas wie gegen Frohnhausen nicht nochmal passieren wird. Da muss man auch gar nichts explizit ansprechen. So etwas darf und wird nie wieder vorkommen. Wir spielen seit drei Jahren richtig guten Fußball, aber das war jetzt der absolute Tiefpunkt in dieser Zeit. Jetzt müssen wir aber auch mal akzeptieren, dass dieser Tag einfach nur gebraucht war. Vielleicht stellen wir das nächste Mal einfach ein paar Wecker in der Kabine auf, damit so etwas nicht wieder passiert.“

 

 

Bader SV I   –   AdlerUnion II 1:0(1:0)

Nach dem wenig überzeugenden Auftritt beim 1:1 gegen den VSV hatte das Trainerteam dem heute durch 2 gelb/rote Karten und Krankheit ziemlich dezimierte und entsprechend umgebaute Team auf mehr Einsatzbereitschaft und Präsenz eingeschworen. Und entsprechend startete die Mannschaft an der Stankeitstraße ins Spiel. Gut wurde der Gegner angelaufen und mit konzentrierten Angriffen an den 16er des Bader SV gespielt. Doch den ersten Strich durchs Konzept machte der Schiri, der  in einer unklaren Situation zum Elfmeter gegen Adler pfiff. Kann man geben muss man allerdings auch nicht. Nachdem Bouazza zum 1:0 verwandelt hatte, wurde es ungemütlicher in Altenessen. Robust, lautstark und immer wieder mit langen Bällen auf den auffälligen Bouazza wurden die Adler spürbar beeindruckt und latent gefährdet. Trotzdem versuchten die Turmkicker bei ihrer Linie zu bleiben und erspielten sich auch die eine oder andere Torchance. Aber trotz fast 70%igen Ballbesitzes war in der Regel am Strafraum Schluss. Zweimal verhinderte Aluminium den Ausgleich. Doch die abgeklärt verteidigenden Gastgeber und reichlich Pech verhinderten heute nicht nur den Ausgleich, sondern auch eine eigentlich verdiente Führung der AdlerUnionisten. Am Ende stand zwar eine deutliche Leistungssteigerung, aber auch viel Pech, was schlussendlich auch  keine Punkte generiert. 

Für AdlerUnion am Ball: N.Reiners, RuzczGuss, Schwarze, Rustemeyer, Espenhahn, Piria, Angjellos, Bergermann, Lütkeniehoff, Wanning – Dluszewski, Tole, Ostgathe

VfB Frohnhausen II    –   AdlerUnion III  2:0(0:0)

1:0(72.)Ikic, 2:0(90.) Rasul

 

VfB Frohnhausen 2 erteilt Adler DJK Adler Union 3 einen Dämpfer

Das Duell des 13. Spieltags, VfB Frohnhausen 2 gegen Adler Union 3 war für beide Vereine ein 6 Punkte Spiel – Tabellen 2. gegen 3. der Kreisliga B. Um die Aufstiegsambitionen zu wahren, hatte der Gastgeber aus Frohnhausen offenbar jede Menge Respekt vor der 3 Vertretung aus Frintrop, denn man rüstete das Team mit einigen Spielern aus dem Landesliga Kader auf. 

Die Erste Halbzeit ist schnell erzählt: Ein guter Frintroper Keeper vereitelte zwei Frohnhauser Großchancen und Frintrops Trainer Westkamp musste in der 28. und 30. Minute zweimal verletzungsbedingt die Abwehr umbauen. Frohnhausen bestimmte das Spiel, Adler Union suchte den Zugriff. Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeit. 

Nach dem Wiederanpfiff machte es Adler Union etwas besser, kam jedoch durch jede Menge Unkonzentriertheiten und Abspielfehler nicht in die gefährlichen Räume des Gegners. Adler Union hatte es in der eigenen Hand sich mit zwei sehenswerten Angriffen in der 56. und 60. Spielminute in Front zu bringen. Letztendlich scheiterte es an der Präzision und Willenskraft.

So brauchte Frohnhausen in einer etwas ruppigen Schlussphase zwei Konter, um am Ende als nicht ganz unverdienter Sieger mit 2:0 vom Platz zu gehen.

MG

 

 

 

Spielbericht folgt!

Für AdlerUnion am Ball: Lapczyna, Lingen, Grabenkamp, Berger, Löwenberg, Carel, Becker, Glaubitz, Scharwacht, Möhlenbruch, Kriege – Belusa, Küppers, Oynhausen, Dräger, Kraft

AdlerUnion Frauen – ESC Preußen Essen  13:0

In einem Spiel ohne Wertung ließen die sonst so torknausrigen Frauen es mal richtig krachen. Sie verbrauchten dabei wohl die Treffer, die den drei Herren-Teams heute fehlten…..