DJK AdlerUnion Frintrop      vs.      FC Büderich  3:2(1:1)

Arnd Brechmann:

Der Fußball-Gott trägt grün: Heimsieg am Palmsonntag „mit dem Papst inne Tasche“

Erzählen wir das Spiel aus der 95. Minute heraus. Grenzenloser Jubel unter dem Wasserturm. Eine Spielertraube. Und mittendrin Joel Zwikirsch und Yann Friessner Montas, dazu Tim Bönisch als Balleroberer und Gamechanger. Auf dem Boden: Zenterschwere Betonklötze der beiden absoluten Teamspieler, denen in der laufenden Saison individuelle Belohnungen für nachhaltig tolle Trainingsleistungen und Engagement bei ihren Spielzeiten in der laufenden Saison verwehrt geblieben war.

Eine Minute davor: Ecke für die Gastgeber nach einem glücklichen 2:2 Zwischenstand, die Nachspielzeit läuft. Und dann der Adler-Genius: Tim erobert den Ball. Yann kreiert einen irren Spielzug, sieht Joel und Eli im Fünfer, Ersterer versenkt. Tooooooooooooooooooor: Das 3:2!

Alle, wirklich alle aus Team, Staff und Funktionsteam kommen in die Ecke gerannt und freuen sich ob dieser Aktion! Teamspirit pur, Emotion, Energie!

Zurück zu einem packenden Oberligaspiel unter dem Frintroper Wasserturm. Der FC Büderich erwies sich als der erwartet starke Gast. Kompakt, exzellente Außenstürmer. Top fit trotz des knappen Pokals-KO-s unter der Woche in St. Tönis.

Spielbeginn: Dr. Jonas Rübertus passt stark nach innen, Leif Linnig artistisch irgendwie an die Latte, Yannick Reines mit dem Schienbein: 1:0 in der vierten Minute. Und die Gastgeber drücken, Chancen, dann Konter, immer wieder über die schnellen Außen Dessau und Nkowa.

Halbzeitpause. Die Gastgeber verlängerten diese auf dem Platz ohne erkennbaren Grund. Dessau egalisierte in Minute 46, Nkowa erzielte die Führung in Minute 52. 1:2. Und Keeper Nille Reiners musste manche Glanztat zeigen… Marcel Cornelissen variierte, wechselte fünf Mal. Und die Adleraner kamen zurück.

In Minute 75 Gewusel im Sechzehner, Elias Brechmann bediente „Langen“ und Reiners netzte zu seinem 10. Saisontor ein. Der Ausgleich, das 2:2! Puh.

Hin und Her, ein Gästetor wurde nicht gegeben. Knappe Entscheidung der Referees. Nachspielzeit. Tim Bönisch erobert den Ball zurück und dann…. Siehe Anfang.

„Ein enges Spiel, das eigentlich unentschieden ausgehen hätte können“, so Headcoach Cornelißen, der einige sehr harte und an sich „ungerechte“ Entscheidungen in der Aufstellung zum Start treffen musste, die von den Betroffenen unisono akzeptiert wurden. „Ungemein wichtige Punkte mit Blick auf die Tabelle. Büderich war bärenstark und wird ganz sicher die Liga halten“, so denkt „Corne“ über den Spielausgang. Premiere übrigens am Wasserturm. Erstmals in der Vereinsgeschichte zwei Siege in Folge. Die Fortsetzung wird indes komplex. An Gründonnerstag in der Karwoche geht es in die Grotenburg nach Uerdingen, wo vor exakt 40 Jahren Friedhelm Funkel, sein Bruder Wolfgang und Co. Das wundersame 7:3 gegen Dynamo Dresden mit Matthias Sammer und Ulf Kirstein gedreht hatten…..

Mit dem „Papst inne Tasche“ am Palmsonntag holten megawichtige drei Punkte für den Klassenerhalt an den Wasserturm:

 N.Reiner, Herzog, Rübertus(79. Büttner), Brechmann, Wissing(79. Ornot), Y.Reiners, Engelberg, Togbedji, Linnig(66. Zwikirsch), Stukator(81. Friessner), Van den Woldenberg

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Marcel Cornelißen:

Dieses Spiel hatte auch inhaltlich zwei Halbzeiten. In der ersten Halbzeit habe ich uns aufgrund der Torchancen deutlich vorne gesehen. Da wäre meiner Meinung nach auch mehr als ein 1:0 möglich gewesen. Wie wir dann aus der Halbzeit kommen ist komplett abenteuerlich. Auf einmal passte überhaupt nichts mehr, mit uns gegen den Ball deutlich mangelhaft und da haben wir auch den Kopf verloren. Das wurde erst besser, als wir mehr aus der Ordnung kamen. Da kamen wir auch wieder zu Torchancen und das 2:2 ist dann in Ordnung. Danach wollten beide gewinnen, wobei Büderich da definitiv größere Chancen hatte und wir brauchten da einiges an Spielglück, das wir vorher öfters nicht hatten. Das 3:2 ist natürlich dann Emotion pur und ganz wichtig für die kommenden Auftritte

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Vorberichte:

Arnd Brechmann:

Abstiegskampf eskaliert in der Oberliga Niederrhein: Ein Dutzend Teams bangt um den Klassenverbleib!

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Spannung erzeugen, das konnte Alfred Hitchcock. Ob der auch das aktuelle Szenario in der Oberliga Niederrhein so entwickelt hätte, bleibt offen. Fakt ist nach den Ergebnissen der letzten Spieltage: Es gibt in der fünfthöchsten Spielklasse drei Etagen. Oben kämpfen Ratingen, Hilden, Uerdingen und ggfs. St. Tönis um Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga. Schonnebeck und Meerbusch sind da wohl raus, demnach in Etage zwei, der Puffer nach unten wird 10 Spieltage vor Schluss sicher reichen. Und nachdem die daheim als de facto unschlagbar geltenden Aufsteiger aus Jüchen-Garzweiler erstmals daheim alle Federn lassen mussten, bedeutet dieses, dass zwischen Platz 7 der Tabelle (33)  und dem temporär Drittletzten VfB Homberg (27 Punkte), der den Abstiegsrang bedeutete, gerade einmal 6 Punkte liegen. Da sich auch weder Kleve noch Biemenhorst aufgegeben haben, befindet sich damit ein Dutzend Teams mitten im Abstiegsstrudel. Eine kurze Schwächephase, peng! Eine kleine Siegesserie, wow!

Die DJK Adler Union Frintrop trifft nach dem so wichtigen Auswärtsdreier beim SV Biemenhorst jetzt auf eine der diversen „Wundertüten“ der Liga, den FC Büderich. Gemeinsam mit der Grünen vor zweieinhalb Jahren Doppelaufsteiger in die Oberliga Niederrhein, sind die finanzstarken Meerbuscher inzwischen etabliert. In dieser Woche bestreiten sie am Mittwoch das „Spiel des Jahrhunderts“ ihrer Vereinsgeschichte, wenn es um die realistische Chance des Einzugs in die erste DFB-Pokalhauptrunde geht im Halbfinale des Niederrhein-Cups beim SC St. Tönis. Der Finaleinzug bedeutete im günstigsten Falle die Qualifikation für ein Heimspiel gegen eine Profimannschaft, wenn es dem MSV Duisburg gelingen sollte, unter den ersten vier Teams der Dritten Liga zu landen, was gleichbedeutend mit der Quali für die Hauptrunde auf dem Weg nach Berlin wäre.

Beim FC Büderich gab es während der Saison eine Reihe von spektakulären Spielerwechseln, die inzwischen allesamt verdaut sind, ist Headcoach Sebastian Siebenbach überzeugt. Mit Leader Kevin Weggen und dem langjährigen Stammkeeper verließen langjährige Achsen den Club. Mit Robin Offhaus kam ein gestandener Oberliga-Keeper mit mehr als 100 Einsätzen in der Liga neu hinzu. 

Die Büdericher gewannen das Hinspiel am achten Spieltag mit 3:2 Toren und sind in der laufenden Saison vor allem auswärts eine Macht, denn aus 12 Partien fern der Heimat holten die Pokalfighter, die auf ihrem Weg den Regionalligisten Wuppertaler SV wegräumten, satte 20 ihrer bis dato 30 Punkte! Erzielten dabei 22 ihre bislang 42 Tore!

Beim Gastgeber Adler Union stehen die Zeichen mutmaßlich auf erneuter Rotation, denn es kehren Stützen in den willigen und emsig trainierenden Kader zurück, den das Saisonziel Klassenerhalt eint und in dem jeder einzelne Spieler seine eigene Spielzeit hinter den Teamgeist stellt. „Natürlich jubelt niemand, der nicht in der Startelf steht oder ob des Spielverlaufs nicht ergänzend hineinkommt“, so Coach Marcel Cornelißen, „doch in den vielen Einzelgesprächen wird unser Spirit sichtbar. Alle wollen unbedingt  den Klassenerhalt, nichts anderes! Hut ab vor dieser vorbildlichen Einstellung!“ Und auch das wäre Vereinsgeschichte pur, würde der erstmalige Klassenverbleib in der Oberliga Niederrhein auf der Traumreise war, die in der Bezirksliga vor fünf Jahren startete!

Die Leistung beim SV Biemenhorst war gallig, intensiv, mutig, resilient und am Ende belohnt worden. Diesen zentralen Auswärtserfolg im direkten Konkurrenten-Duell wollen die Gastgeber mit leidenschaftlichem Wasserturm-Fußball veredeln! Vorfreude pur auf ein sicher ganz enges Match gegen den FC Büderich, der exakt einen Punkt mehr auf der Habenseite verbucht. Für Statistiker: Adler Union hat bislang alle Matches daheim gegen die Gäste gewonnen. Genau eines und das damals dramatisch 2:1 in der Wiederholung eines Strafstoßes😉. Damals wie heute: Nix für schwache Nerven. 

Marcel Cornelißen:

Am Sonntag steht das nächste direkte Duell in dieser unfassbar engen Liga an. Jeder Punkt, jeder Sieg ist da Gold wert und da wollen wir ansetzen am Sonntag. Büderich ist immer eine BlackBox. An Guten Tagen können sie überall gewinnen, an schlechten Tagen auch überall verlieren. Und wir wollen sie so weit kriegen, dass es vielleicht eher ein schwaches Spiel wird.

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